Wann Tupfer Gefahrgut werden

 

Warum sprechen wir im Bereich „Corona-Tests“ von Gefahr? Auch Materialien wie Teströhrchen, oder Stoffe wie Blut, die mit ansteckenden Komponenten kontaminiert sind oder sein können, sind gefährlich und zählen zur Klasse 6.2 „Ansteckungsgefährliche Stoffe“. Damit ist besondere Vorsicht geboten, vor allem da einige Unternehmen in Zukunft ihre Mitarbeiter auf den Corona-Virus testen werden. Eine wichtige Frage: Wie wird dieser richtig versendet?
Die Teströhrchen, was auch immer darin enthalten ist, also Blut oder ein Abstrichtupfer, ist Gefahrgut und muss entsprechend der Bedingungen versendet werden. Grundlage hierfür ist das ADR. Für den (Weiter-)Transport per Luft, Schiene oder Seefracht bitten wir Sie, uns speziell zu kontaktieren.
Das SARS-CoV-2 Virus, so die offizielle Bezeichnung, wird der UN-Nr. 3373 zugeordnet. In der folgenden Ausführung werden wir den kompletten Versandprozess analysieren und beschreiben.

1. Verpacken und Verpackung der Röhrchen

Achten Sie beim Verpacken unbedingt auf die Schutz- und Hygienemaßnahmen, wie Schutzhandschuhe, Mund- und Nasenschutz etc.
Die Verpackung muss insgesamt aus 3 Einheiten bestehen:

  • dem Primärgefäß (also das Röhrchen selber)
  • einer zweiten, sogenannten Sekundärverpackung
  • einer dritten – Außenverpackung

Eine der beiden Verpackung, Sekundär- oder Außenverpackung, muss starr (und somit fest) sein. Die Außenverpackung muss mindestens eine Oberfläche (also oben/unten, vorne/hinten oder rechts/links) haben, die 100 x 100 mm groß ist.
Idealerweise wir das Röhrchen bzw. sind die Röhrchen, in eine Styroporverpackung gesteckt. Sollten mehrere Röhrchen zusammen verpackt und versendet werden, so gilt, dass diese entweder in jeweils einzelne Sekundärverpackungen (also beispielsweise Styroporverpackungen) verpackt sind, oder sich innerhalb einer Sekundärverpackungen nicht berühren können. Es könnten also einzelne Fächer für jedes Röhrchen vorhanden sein. Die Sekundärverpackung ist mit geeignetem Polstermaterial in die Außenverpackung einzusetzen.

Sollte sich in den Röhrchen Flüssigkeit (Blut, Urin, etc.) befinden, muss zwischen der Primärverpackung (also den Röhrchen) und der Sekundärverpackung (z.B. dem Styropor) ausreichend saugfähiges Material vorhanden sein. Das Material muss die Flüssigkeitsmenge der Röhrchen jeweils aufnehmen können. Es darf also nichts in der Sekundärverpackung umherlaufen (z.B. Blut, Urin, etc.) können, selbst wenn ein Röhrchen mal brechen sollte.

Grundsätzlich gilt ein Zusammenpackungsverbot mit anderen Gefahrgütern, es sei denn, diese sind z.B. für die Kühlung vorgesehen (z.B. Trockeneis).
Achten Sie insgesamt auf stabile Verpackung in der die Gefäße sicher aufbewahrt sind. Die Verpackung muss eine Fallhöhe von mindestens 1,2 m erfolgreich bestehen. Hierbei dürfen sich nach einem Versuch keinesfalls Flüssigkeiten in der Verpackung befinden.

2. Kennzeichnung der Verpackung

Auf die Außenverpackung muss der folgende Zettel aufgebracht werden. Die Größe der Bezettelung hat mindestens 50 x 50 mm zu betragen.

Gefahrenzettel UN3373Die Grundfläche ist kontrastierend zur Fläche der Verpackung (also Verpackung bitte NICHT in weißer Farbe!).

Zudem muss der Hinweis „Biologischer Stoff, Kategorie B“ in mindestens 6 mm Größe auf der Verpackung stehen.

Sollten Sie die Buchstaben und Ziffern (UN 3373) mit der Hand schreiben, schreiben Sie bitte sauber und gut lesbar.
Sollten Sie mehrere Außenverpackungen nochmals in einer weiteren Verpackung (z.B. Kunststoffbehälter) verpacken, so müssen Sie die o.g. Angaben wiederholen und zusätzlich das Wort „Umverpackung“ in mindestens 12 mm Größe aufbringen.

3. Dokumentation des Versandes (Begleitpapier)

Das Transportunternehmen muss vor dem Transport über die Gefährlichkeit des Produktes informiert werden. Dazu sollten Sie folgende Mitteilung machen, die so nicht vorgeschrieben aber üblich ist:

UN 3373 BIOLOGISCHER STOFF, KATEGORIE B, 6.2

Hinzu sollten Sie z.B. schreiben: 10 Test-Röhrchen in 1 Schachtel, Bruttogewicht 5 KG
Auf dem Frachtbrief/Lieferschein oder auch Begleitschein müssen diese Angaben nicht enthalten sein, wir möchten es Ihnen aber empfehlen.

4. Beladen des LKW und Ladungssicherung

Achten Sie beim Beladen des Fahrzeugs (Sprinter, PKW, Transporter oder ähnlichem) darauf, dass die Ware GUT gesichert ist und nicht verrutschen kann. Auch eine Vollbremsung, ein Ausweichmanöver bei hoher Geschwindigkeit sollte nicht zum Verrutschen der Ware führen.

5. Verhalten im Notfall

Sollte es dennoch zu einem Bruch eines Röhrchens oder gar zu einer Kontamination des Fahrzeugs kommen, so ist das Fahrzeug oder der Verpackungsbereich gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Sollten weitere Versandstücke im Fahrzeug gewesen sein, sind diese auf mögliche Verunreinigungen zu prüfen. Im Zweifelsfall sind diese entweder zu desinfizieren oder zu vernichten.

 

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Achten Sie auf ausreichend Hygiene beim Verpackungsvorgang und verwenden Sie geeignete Verpackungen, die aus drei Teilen (Primärgefäß, Sekundär- und Außenverpackung) bestehen muss.
  2. Die Außenverpackung ist mit entsprechenden Hinweisen (UN-Nummer etc.) zu kennzeichnen.
  3. Informieren Sie Ihr Transportunternehmen über den zu transportierenden Stoff und wir empfehlen, dies auch auf dem Begleitschein zu dokumentieren.
  4. Achten Sie auf eine gute Ladungssicherung!
  5. Sollte eine Verpackung beschädigt werden, müssen kontaminierte Bereiche gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Das gilt auch für andere Verpackungen im Bereich.

 

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